Warum wir dem Kammerjäger viel zu verdanken haben

Die meisten Menschen werden in Ihrem Leben keine Berührungspunkte mit dem Thema Schädlingsbekämpfung haben. Dabei ist der Beruf des Kammerjägers von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Ohne ihn würden sich Infektionskrankheiten ausbreiten und selbst die Nahrungsmittelversorgung wäre gefährdet. Was genau macht der Schädlingsbekämpfer eigentlich?

Schädling oder bloß Lästling?

Wenn sich beim Kaffeeklatsch eine Wespe am Kuchen zu schaffen macht, dann ist dies lästig. Trotzdem kann man in diesem Fall nicht sagen, man habe es mit einem Schädling zu tun gehabt. Nicht jedes Insekt, nicht jedes Nagetier ist ein Schädling. In vielen Fällen kommt es auf den Kontext an und es muss nicht unbedingt eine Schädlingsbekämpfung beauftragt werden.

Materialschädlinge bezeichnen all jene Tiere, die Materialien befallen, welche der Mensch zur Gestaltung seiner Umwelt nutzt. So zerfressen Holzwürmer und Termiten Holz und zerstören somit Möbelstücke, aber auch Teile von Häusern. Die Larve der Kleidungsmotte hingegen ernährt sich von Textilien und Pilzen.

Vorratsschädlinge fressen sich gerne durch Nahrungsmittel und/oder kontaminieren diese. In Betrieben, die Lebensmittelrohstoffe verarbeiten oder in der Gastronomie sind diese Schadnager oder Insekten hochproblematisch. Aber auch in Privathaushalten kann die Lebensmittelmotte für Überraschungen sorgen.

Hygieneschädlinge hingegen sind besonders gefährlich. So haben etwa Ratten dafür gesorgt, dass einst in Europa die Pest ausbrach. Aber auch heutzutage stellen gerade Nager ein Reservoir für Viren und Bakterien dar. Auch jene Tiere, die Allergien auslösen können, zählen zu den Gesundheitsschädlingen.

Es kommt jedoch auch auf die geografische Lage an, ob ein Tier als lästig oder schädlich eingestuft wird. In Nord und Mitteleuropa sind Stechmücken in der Regel harmlos. In Asien hingegen übertragen sie Malaria oder auch das Dengue-Fieber.

Die Bedeutung der Schädlingsbekämpfung

Jede Kommune und jedes Unternehmen sollte über eine umfassende Strategie zur Abwehr von Schädlingen verfügen. Wird dieser Bereich vernachlässigt, kann dies schlimme Konsequenzen nach sich ziehen. Restaurants etwa werden regelmäßig vom Gesundheitsamt kontrolliert. Wird ein ausufernder Schädlingsbefall etwa durch Kakerlaken festgestellt, ist der Gastronomiebetrieb schnell geschlossen. Hoteliers hingegen müssen ganz besonders darauf achten, dass Bettwanzen sich in Zimmern und Schlafsälen nicht ausbreiten können. Eine einzige schlechte Bewertung auf einer Buchungsplattform kann den finanziellen Ruin bedeuten.

Wie geht der Kammerjäger vor?

Erfahrene Schädlingsbekämpfer müssen sich zwangsläufig mit den Eigenarten und typischen Verhaltensweisen der zu bekämpfenden Schädlinge auskennen. Gerade Schadnager wie Ratten oder Mäuse sind äußerst intelligente Tiere. Diese zu bekämpfen ist keine Aufgabe für Amateure. Neben dem Aufstellen von Lebend- und Schlagfallen müssen auch die Rückzugsorte der Tiere systematisch unzugänglich gemacht werden. Die Prävention von Schädlingsbefall spielt jedoch in jedem Fall eine wichtige Rolle. Werden Kunden vom Kammerjäger nicht entsprechend beraten, tritt der Befall früher oder später erneut auf. Deshalb kann man einen seriösen Schädlingsbekämpfer auch daran erkennen, dass er das Gespräch mit dem Kunden aktiv sucht. Gemeinsam wird eine nachhaltige Strategie zur Eradikation und Prophylaxe erarbeitet. Dabei muss das auslegen von Giftködern oder das Versprühen von Bioziden nicht unbedingt die tragende Strategie sein. Die nachhaltige Schädlingsbekämpfung ist sich bewusst, dass von halbsynthetischen Bioziden eine Gefahr für den Menschen ausgehen kann. In manchen Fällen ist die Vergrämung von Schädlingen oder die Arbeit mit natürlichen Fressfeinden eine gute Alternative zur Chemiekeule.

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