Covid-19: Was hat die Krise mit uns gemacht?

Zunächst nahm jeder Kenntnis von den Geschehnissen in China, eine schlimme Erkrankung bahnt sich dort den Weg. Doch China war ja weit weg. Ja, aber nur für wenige Wochen, und schon war der Virus auch in Deutschland präsent. Was zunächst mit nur einer Infektion begann, wurde schnell zur Epidemie, die zur Folge hatte, dass es Ende März zum Lockdown kam. Eine nie dagewesen Situation, mit der sich nun plötzlich wirklich jeder konfrontiert sah. Hier sieht man, wie Deutschland mit der Krise umging.

Plötzlich viel Zeit für die Familie

Kindergärten und Schulen geschlossen. Büroarbeit findet ab sofort, soweit der Betrieb das zulässt, im Homeoffice statt. Je nach Berufsgruppe kam es auch zur Kurzarbeit. Die Folge davon war so viel Zeit für und mit der Familie, wie sie es noch nie gab. Anfangs war das ein unglaublich schönes Gefühl, denn endlich konnte man Dinge gemeinsam machen, für die es vorher niemals ein Zeitfenster gab. Die Schulkinder freuten sich über ihre schulzeitfreie Zeit. Doch diese Glücksgefühle hielten nicht sehr lange an. Und irgendwann sind auch alle Schnäppchen beim Onlineshopping aufgespürt.

Für viele, die nun im Homeoffice angekommen waren, wurde der Job zunächst zur echten Herausforderung und vor allem zur Doppelbelastung. Schon bald fingen die Kinder an, ihre Schulfreunde zu vermissen. Der Mangel an sozialen Kontakten bei den Kindern und Jugendlichen hat dazu geführt, dass sich der Internet Konsum verdoppelt hat.

Singles und Alleinstehende

Der Lockdown bedeutet, dass man keinerlei soziale Kontakte zu anderen Menschen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, haben durfte. Für Singles und Alleinstehende bedeutet das die ultimative und absolute Isolation. Eine echte Herausforderung. Ganz besonders hart betroffen waren und sind die älteren Menschen. Sie gehören zudem auch noch zur Risikogruppe und mussten von einem Tag auf den anderen auf die Nähe ihre Angehörigen verzichten. Auf Grund dieser veränderten Situation waren die Menschen gezwungen, sich nun neu zu orientieren und entsprechend mit der Isolation umzugehen.

Streaming Dienste im Fokus der Krise

Freie Zeit ist natürlich etwas wunderbares, doch zu viel freie Zeit kann sehr belastend werden und sogar schwermütig machen. Streaming Dienste erfreuten sich zwar bereits vor der Corona Krise großer Beliebtheit, doch während der Krise haben die Anbieter extrem viele Neukunden dazu gewonnen. Hier ist die Möglichkeit gegeben, gemeinsam mit der Familie oder natürlich auch alleine genau das zu schauen, was man möchte. Und natürlich auch, wann man es möchte. Das alles zudem noch ganz ohne jede lästige Werbeunterbrechung.

Die Digitalisierung erlebt ebenfalls einen enormen Aufschwung

Zwar geht in unserer heutigen Gesellschaft kaum noch etwas ohne die Digitalisierung, doch nun sind vollkommen neue Dimensionen erreicht worden. Ging es zuvor vielerorts um Unterhaltung und Informationssuche, so hat die Corona Krise gezeigt, dass es dank der Digitalisierung überhaupt noch möglich ist, die sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten, wenn auch nur virtuell. WhatsApp, Facebook, Instagram und viele andere Plattformen haben einen regen Zulauf erlebt.

Doch auch gerade in der schulischen und beruflichen Welt ist deutlich, wie wichtig die Digitalisierung hier ist. Dank ihr ist es möglich, den Unterricht online abzuhalten, das gilt sowohl für Schüler, als auch für Studierende. Das Homeoffice kann auch nur dank der Konferenzschaltungen vernünftig ausgeübt werden. Das Gleiche galt auch lange Zeit für die Politik, dann auch hier wurden die wichtigen Sitzungen und Meetings ausschließlich online abgehalten.

Kreativität in den Unternehmen

Restaurants und Sportstätten wurden ebenfalls geschlossen. Zu den bisher bekannten Lieferdiensten haben sich nun vielerorts auch Restaurantbesitzer dazu gesellt, die ebenfalls ihre Dienste anboten, zumindest als Abholservice.

Rund und um den Sport hat sich ebenfalls vieles getan. Sportstudios stellen ihre Kurse online, damit der Nutzer zu Hause im Wohnzimmer endlich wieder aktiv werden kann. Inzwischen haben sich zu dieser Personengruppe auch viele ehemalige Sportmuffel hinzugesellt, die zwar am eigentlichen Sport interessiert waren, allerdings kein Interesse an Vereinen aller Art hatten.

Der Lockdown ist vorbei

Nach und nach kamen die ersten Lockerungen. Treffen von bis zu 10 Personen wurde erlaubt, inzwischen sogar von bis zu 50 Personen. Geschäfte sind wieder geöffnet, auch wenn man diese natürlich nur unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln besucht werden dürfen. Das Gleiche gilt auch für Restaurants und Bars. Hier müssen aber zusätzlich die persönlichen Kontaktdaten hinterlassen werden, damit im Falle einer auftretenden Infektion die Infektionskette nachverfolgt werden kann.

Die Disziplin der Bevölkerung lässt nach

Immer mehr Menschen beginnen, die Abstandsregeln zu ignorieren und tragen auch keinen Mund-Nasenschutz. Die Disziplin lässt nach und man wünscht sich endlich ein ursprünglich normales Leben zurück. Zudem finden viele Treffen statt, bei denen ebenfalls die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Die Folge ist eine Erhöhung der Infektionszahlen.

Einige behaupten, wir stünden bereits am Beginn einer zweiten Welle, während andere sagen, dass es sich derzeit ausschließlich um Hotspots handelt, die betroffen sind. Bis jetzt war das in der Tat auch ganz genauso. Spannend bleibt nun abzuwarten, was passiert, wenn alle aus dem Urlaub zurückgekehrt sind und dazu noch der Regelbetrieb in den Schulen wieder startet. Es ist noch nicht vorbei. Doch wie es weitergeht, wird sich erst noch zeigen.

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